Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Schachspiel mit Schachfiguren aus Eis, die auf dem Spielfeld anfangen zu schmelzen.
Schach – ein allgemein bekanntes System mit klaren Regeln und festen Abläufen. Ein Spiel mit Ordnung, das sich dennoch kaum vollständig überblicken lässt.
Im Zentrum steht, was geschieht, wenn sich diese Ordnung verschiebt. Wenn Regeln ihre Verlässlichkeit verlieren und Grenzen verschwimmen. Wenn sich die Figuren dem System entziehen und ein
Eigenleben entwickeln.
Im Verlauf der Ausstellung lösen sich die bestehenden Strukturen zunehmend auf. Es wird unklar, wer handelt und worum es geht.
Zeit tritt dabei in den Vordergrund: als Zustand, als Prozess, als Vergehen, als Bewegung.
Was bleibt, ist nicht die Ordnung, sondern ihr Wandel.
Video, Installation, plastische Arbeiten, Zeichnungen und performative Momente stehen in einem gemeinsamen Raum. Zwischen ihnen entstehen Verbindungen, die sich nicht festhalten lassen und sich
im Verlauf stets neu bilden.
Luana Gräbe studiert seit 2020 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.
Im Projektraum OSTEND präsentiert sie ihre Bachelor-Arbeit.
Foto: Steve Braun
Was hören wir, wenn wir Pflanzen wirklich zuhören? Die Berliner Klangkünstlerin und Komponistin Cassis B. Staudt präsentiert im Juli 2026 im Projektraum Ostend eine Ausstellung, die Pflanzen als
Subjekte ernst nimmt — als Produzentinnen, Choreografinnen, Regisseurinnen und Lichtkünstlerinnen.
Im Zentrum steht das Pflanzen Tonstudio: Besucher:innen können gemeinsam mit einer Pflanze eine Aufnahme-Session erleben, in der die bioelektrischen Signale der Pflanze — aufgezeichnet über das
Gerät MIDI Sprout — in Echtzeit in Synthesizer-Klang übersetzt werden. Die Pflanze ist Musiker*in. Nicht Objekt, sondern Quelle.
Programm
Vernissage — Sa 4. Juli 2026, 19 Uhr
Zur Eröffnung improvisiert Der Mussikant (aka Rolf Schobert) ein ambientes DJ-Set live mit einer Pflanze. Deren Biodata-Signale fließen als gleichberechtigte Stimme in die Klanglandschaft ein.
Pflanzen Tanzen — Sa 11. Juli 2026, 20 Uhr
Wenn wir uns auf die Geschwindigkeit der Pflanzen einlassen, dann tanzen wir in Slow Motion — und das ist urkomisch und zutiefst entschleunigend. TikTok-Tänze hinter einer Pflanze, im
Pflanzentempo. Mitmachen ausdrücklich erwünscht.
Storytelling — So 19. Juli 2026, 17 bis 19 Uhr
"Das Gras wachsen hören" — ein Abend mit wahren Geschichten über Pflanzen, Stille und Wahrnehmung. Persönliche Erzählungen treffen auf Pflanzenmusik. Durch den Abend führt der MC Mike Trupiano.
Plantetarium — Sa 25. Juli 2026, 19 Uhr · Finissage
Zum Abschluss wird der Ausstellungsraum zum Plantetarium: Pflanzen triggern in Echtzeit Licht und moving images im Raum. Besucher:innen tauchen ein in ein Lichtspiel kombiniert mit Pflanzenmusik.
Cassis B arbeitet als Klangkünstlerin, Filmmusikkomponistin und interdisziplinäre Künstlerin unter dem Projektnamen GreenSoundsWorld. Ihr Schwerpunkt liegt auf Biodata
Sonification — der Übersetzung bioelektrischer Pflanzensignale in Echtzeit-Synthesizer-Musik. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Bad Boll.
Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Liveperformance, Galerieinstallation, akademischer Kollaboration und Community-Art. Cassis B. Staudt studierte Filmmusik-Komposition und arbeitete sechs Jahre im
Team von Regisseur Jim Jarmusch. Seit 2021 entwickelt sie unter dem Projektnamen GreenSoundsWorld ihre Pflanzenmusik-Praxis.
Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Landeshauptstadt Stuttgart.
Mit der Stadtbahn Linie 4 und Buslinie 42 bis Ostendplatz, Eingang an der Haußmannstraße /Ecke Achalmstraße
Projektraum OSTEND
Achalmstraße 18
70188 Stuttgart
Tel: (+49) 711-91234375
E-Mail: [email protected]